Reifenprüfgerät

Auswertesoftware für ein interferometrisches Reifenprüfgerät

Zur zerstörungsfreien Prüfung von Auto- und LKW-Reifen wurde bei der Beiss­barth Automotive Group ein Prüfgerät entwickelt, mit dessen Hilfe es mög­lich ist, Defekte im Reifenmantel frühzeitig zu erkennen. Das Gerät ar­bei­tet auf der Basis eines shearographischen Interferometers, wobei die ent­ste­hen­den In­ten­si­täts­bil­der von einer CCD-Kamera auf­ge­nom­men werden. Das Gerät erzeugt eine minimale Deformation der Man­tel­ober­flä­che des zu ver­mes­sen­den Reifens durch Ablassen einer ge­rin­gen Luftmenge. Diese De­for­ma­tion wird vom Interferometer seg­ment­weise erfasst und gibt Auf­schluss über Defekte des Reifens, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind, wie zum Beispiel Ab­lö­se­er­schei­nun­gen zwischen den einzelnen Schich­ten eines Rei­fens (so genannte Separationen), oder Schäden an der Kar­kas­se.

Die Aufgabe des von FORWISS entwickelten Softwaremoduls ist es, das an­fal­len­de interferometrische Bildmaterial zu demodulieren und auf Rei­fen­de­fek­te hin auszuwerten. Dazu kommt ein in einem früheren Pro­jekt Single-Frame-Echt­zeit-Inter­fero­me­trie entwickelter hybrider Pha­se-Un­wrapp­ing-Al­go­rith­mus zum Einsatz, der zur Steigerung der Per­for­mance weiter optimiert wur­de. Der Algorithmus berechnet aus den In­ten­si­täts­bil­dern ein de­mo­du­lier­tes Phasenbild, das Aufschluss über die Rich­tungs­ab­lei­tung der Deformation gibt. Vor der eigentlichen Aus­wer­tung werden die Phasenbilder maskiert und ent­zerrt. Dazu wird ein adaptives Schwellwert­verfahren zur Detektion des in­te­res­sie­ren­den Aus­schnitts eingesetzt. Die Entzerrung wird mittels Methoden der nicht-li­ne­a­ren Op­ti­mie­rung erreicht. Der eigentliche Auswerte­algorithmus un­ter­sucht die ent­zerr­ten Phasenbilder. Charakteristische De­for­ma­tions­pro­fi­le wer­den er­kannt und klassifiziert.

Beispiel-Bilder
Reifen mit Karkassschaden Berechnetes Deformationsprofil

Reifen mit Karkass­schaden, in­ter­fe­ro­me­tri­sches Phasen­bild

Berech­netes De­for­ma­tions­pro­fil, er­zeugt mittels des hybriden De­mo­du­la­tions­ver­fah­rens

Projektmitarbeiter

Projektpartner